30.08.2017

Tax Compliance: Gut vorbereitet in die Betriebsprüfung

Kaum jemandem dürfte in den vergangenen Jahren entgangen sein, dass sich im Hinblick auf den Umgang mit dem Thema Steuerehrlichkeit „der Wind stärker bläst“. In Betriebsprüfungen ist seit längerem ein härteres Vorgehen der Finanzverwaltung festzustellen. Betriebsprüfer sind angehalten, frühzeitiger die Steuerfahndungsstellen einzuschalten als dies in der Vergangenheit der Fall war.

Die steuerlichen Risikofelder in Unternehmen sind so vielfältig wie das Steuerrecht selbst. Als besonders risikoanfällig haben sich die Umsatzsteuer sowie die Lohnsteuer – allein auf Grund der Masse an Geschäftsvorfällen und des Aufkommens – erwiesen. Ergeben sich Hinweise auf systematische Fehler und kann ein ordnungsgemäßes Verfahren nicht nachgewiesen, geht die Finanzverwaltung häufig vorschnell von vorsätzlichem oder leichtfertigem Handeln aus und leitet entsprechende Ermittlungsverfahren ein.

Wie können Unternehmen vorbeugen?

Kann ein Unternehmen ein innerbetriebliches Kontrollsystem (Tax CMS) vorweisen, so geht im Fall der Fälle die Finanzverwaltung davon aus, dass weder Vorsatz noch leichtfertiges Handeln vorliegen. Ein Wirtschaftsprüfer kann die Wirksamkeit bescheinigen, was die Glaubwürdigkeit nochmal erhöht.
 
Wie kann ein Unternehmen ein innerbetriebliches Kontrollsystem (Tax CMS) aufbauen?

Das Institut der Wirtschaftsprüfer hat dazu einige Grundelemente skizziert, die als Leitfaden zur Konzeption eines Tax Compliance verstanden werden kann:

1. Definieren Sie die Ziele, die Sie mit einem Tax CMS erreichen möchten (z.B. Vermeidung von Steuernachzahlungen, Strafen und persönlicher Haftung).

2. Analysieren Sie den Ist-Zustandes Ihrer Organisation zur Erkennung und Gewichtung der wesentlichen Risikofelder Ihres Unternehmens.

3. Erstellen Sie ein Maßnahmenprogramm zur Beseitigung von Schwachstellen und passen Sie Ihre Organisation daraufhin an (Verantwortlichkeiten, Aufbau- und Ablauforganisation, Zusammenarbeit zwischen Abteilungen etc.).

4. Dokumentieren Sie die Ziele, Maßnahmen und Soll-Organisation in einer Verfahrensanweisung („Steuerrichtlinie“) und bringen Sie Ihren Mitarbeitern im Rahmen von Schulungen den Sinn und Zweck eines Tax CMS näher.

5. Überwachen Sie die Einhaltung von bestehender Regeln (Monitoring) und arbeiten Sie gemeinsam mit Ihrem Team an Systemverbesserungen.

6. Schaffen Sie eine „Compliance-Kultur“ im Unternehmen, in dem Sie Compliance vorleben und keine Grauzonen für Regelverstöße zulassen.
 
Durch ein wirksames Tax CMS schützen Sie sich vor empfindlichen Strafen und reduzieren Ihre Haftungsrisiken als Unternehmer.

Autor: Arno Abs
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