27.08.2017

Flexible Jahresplanung statt Budgetierung

Marktgerechter planen

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Einmal im Jahr beginnt in vielen mittelgroßen und großen Unternehmen das Planungsritual. Die Strategien und Maßnahmen werden quantifiziert und in einer Kurzfristplanung (Budget für das Folgejahr), Mittelfristplanung (meist drei Jahre) und Langfristplanung (5 bis 10 Jahre) abgebildet. Aufgrund der zunehmenden Unsicherheit und Volatilität vieler Märkte ist eine langfristige Planung allenfalls grob möglich. Aber auch die traditionelle, für ein Jahr fixe Budgetierung wird seit Jahren kritisiert.

Schwachstellen der klassischen Budgetierung

  • Trotz ausgefeilter und leistungsfähiger Computertechnologie ist das Aushandeln von starren Budgets ein langwieriges und kostspieliges Abstimmungsverfahren.
  • Durch die einmalige Festlegung des Budgets, die nicht kontinuierlich geprüft und gegebenenfalls geändert wird, verlieren Unternehmen die Chance, anpassungsfähig zu sein und auf die Veränderungen des Marktes zu reagieren.
  • Budgets werden immer zu einem Zeitpunkt hin erstellt und decken häufig einen Zeitraum von einem Jahr ab. Neue Trends werden nicht berücksichtigt. Insgesamt ist die Budgetierung meist nur wenig mit der strategischen Planung verknüpft.
  • Wenn sich Mitarbeiter ausschließlich an Pläne halten dürfen und schlimmstenfalls bestraft werden, wenn sie die Pläne nicht einhalten, werden sie sich an diese klammern. Eigenes Denken kann dadurch unterbunden werden. Das kann so weit gehen, dass bestimmte Abteilungen mehr Geld ausgeben als nötig, nur um bei der nächsten Etatplanung nicht ein kleineres Budget zu bekommen.

Flexible Planung als Alternative

Vor diesem Hintergrund hat die Betriebswirtschaft in den vergangenen Jahren flexiblere Planungsansätze in unterschiedlichen Flexibilitätsgraden entwickelt, wie z. B. Better Budgeting, Advanced Budgeting und Beyond Budgeting. Die Umsetzung ist jedoch nicht ganz einfach, da eine spezielle Unternehmenskultur erforderlich ist.

Eine flexible Planung wird generell kontinuierlich weiter entwickelt und bezieht sich nicht nur auf ein Geschäftsjahr. Dadurch können Führungskräfte viel schneller auf Veränderungen des Marktes reagieren. Langfristig gesetzte Ziele sind auch relativer und lassen genügend Freiraum. Mitarbeiter entwickeln ein stärkeres Gefühl von Eigenverantwortlichkeit und letztlich auch eine größere Motivation. Diese Freiheit kann zu mehr Fehlern führen, aber auch dazu, sie selbstständig wieder auszubügeln.

Eine einfach umzusetzende Verbesserung der starren Budgetierung sind rollierende Prognosen. Etwa alle drei Monate werden die Prognosen für die nächsten fünf bis acht Quartale an die aktuellen Marktgegebenheiten angepasst.

Von der Budgetierung zur flexiblen Planung

Die klassische Budgetierung ist noch geeignet für Unternehmen, die sich in einem stabilen Marktumfeld bewegen. Auch für kleine mittelständische Unternehmen ist eine klassische Kurzfristplanung besser als gar keine. Viele Insolvenzen haben ihre Ursachen in mangelnder Planung und Steuerung.

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