05.09.2017

Mitreißend reden

Durch lebendige Sprache überzeugen

© Halfpoint - Fotolia.com

Überzeugen können Sie nur, wenn Sie Ihr Kompetenzfeld perfekt beherrschen. Das genügt jedoch nicht. Sie benötigen dazu auch eine Stimme, die gut klingt und variabel ist. Aber auch das reicht noch nicht. Wie Sie etwas sagen, also Ihre Wortwahl, ist ebenso wichtig. Überzeugen Sie Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner durch eine korrekte, lebendige und bildhafte Sprache.

  • Korrektes Deutsch: Achten Sie darauf, dass Sie grammatikalisch richtig sprechen. Falsches Deutsch von einem Servicemitarbeiter zu hören, kommt bei Kunden nicht gut an. Einmal sensibilisiert, hören die Kunden nur noch die falsche Sprache, nicht mehr die Inhalte.
  • Füllwörter: Genauso schlimm wie Grammatikfehler sind sprachliche Füllwörter. Legendär sind die vielen „Ähs“ eines bekannten bayerischen Ex-Spitzenpolitikers. Eine ähnliche Zumutung ist der Ausdruck „Ich sag mal“, der bei manchen in jedem zweiten Satz vorkommt. Achten Sie bei Gelegenheit auf Interviews mit Fußballern. Sie werden da schnell abschreckende Beispiele finden. Überflüssig ist auch der Ausdruck „das ist - in Anführungsstrichen - so und so“. Warum was in Anführungsstrichen stehen soll, bleibt meist schleierhaft. Die gekonnte beidseitige Fingerkrümmung, die die Anführungszeichen noch symbolisieren sollen, ist dann noch das Sahnehäubchen oben drauf.
  • Mundart: Falsches Deutsch kann tolerabel sein, wenn Sie mit der Mundart zusammenhängt. „Die, wo sind“ ist spätestens seit dem letzten Fußballbundestrainer hoffähig geworden. Versuchen Sie dennoch Hochdeutsch zu sprechen, es sei denn Ihr Kunde parliert im tiefsten Dialekt. Vermeiden Sie aber Mundart zu sprechen, wenn Sie sie nicht beherrschen. Es klingt dann peinlich.
  • Wirksprache: Sprechen Sie in einer wirklichkeitsnahen Sprache. So wie die Leute auf der Straße halt sprechen und sich gegenseitig sofort verstehen. Vermeiden Sie Fremdwörter und gestelzte Ausdrücke, wie Sie leider noch immer im Behördendeutsch und  in der Politikersprache vorkommen. Wirksprache ist kurz, meist ohne Nebensätze, aber dennoch korrekt. Sie ist vor allem spannend.
  • Aktiv statt Passiv: „Das Brot wurde heute frisch gebacken“, sagte die Verkäuferin. Besser klingt: „Wir haben das Brot heute frisch für Sie gebacken“. Es ist direkter und klingt nicht so geschraubt.
  • Verben statt Substantive: „Die Entwicklung der Mode schreitet immer schneller voran“, erläuterte der Boutiquenbesitzer. Besser formuliert: „Die Mode entwickelt sich immer schneller“.
  • Positive Adjektive: Wählen Sie positive Eigenschaftswörter, wie z. B. „beachtlich“, „bequem“, „einfach“, „frisch“, „geschmackvoll“, „interessant“ und „nützlich“ und stimmen Sie diese auf die Motivstruktur Ihres Kunden ab.
  • Überzeugende Körpersprache: Ist die Sprache auch noch so lebendig, so wird Ihre Aussage noch glaubwürdiger, wenn sie durch eine authentische und passende Körpersprache unterstützt wird. Lebendiges Sprechen und ein kontrollierter Körper passen eben nicht zusammen.

copyright emivo GmbH

Drucken